Schlemihl Reisebericht

Nachdem ich Bendel verlassen hatte, fuhr ich allein für sechs Tages, ohne aufzuhören und ohne essen. Ich wusste nicht mehr, ob ich noch lebte. Aber ich nahm das nicht wichtig. Am siebten Tag lief ich einem eigenschaftslosen (featureless, without feature) Wald über den Weg.

Wegen Hunger oder Verzweiflung begann ich philosophische Gedanken zu haben. Ich blieb bei einem Baum stehen und ich habe mich selbst gefragt, “bin ich ‘hier’ anstatt ‘dort’?”. Nach einem Moment von Nachdenken entdeckte ich aber, dass ich diese Frage nicht wirklich antworten konnte. Warum? Ich konnte entscheiden, dass ich wirklich ‘hier’ war. Aber wenn ich in Wahrheit wirklich ‘dort’ war, hatte ich die gleiche Antwort für diese Frage! Der Wald war für mich eigenschaftslos. Ich war sehr traurig über dieses skeptische Ergebnis. 

Meine Enttäuschung half mir nicht, mit meinem philosophischen Nachdenken aufzuhören. Ich fragte mich selbst weiter, “wer bin ich?”. Ich hatte jetzt keinen Schatten, kein Ziel, keinen Wunsch, und keine Hoffnung. Plötzlich bekam ich eine interessante Idee. Ich entschied, dass ich ein Denker war. Mein Dasein war einfach etwas, das dachte. Ich schaute auf den Boden. Es gab nichts dort—weder schönen Schatten noch schrecklichen Schatten. Aber war ich wirklich ein Denker? Ein Denker hatte Räson. Aber alles, was passierte nach ich den grauen Mann begegnete, war Unsinn. Ich hatte keine Räson mehr. 

Die Sohne ging weg und Schatten bedeckte den Boden. Alles sah anders aus als vor nur einem Moment, wenn ich auf den Boden schaute. Ich konnte nur Aussehen, nicht Kern, von Objekte ausmachen. Die objektive Wahrheit kam für mich nur aus einer subjektiven Perspektive. Ich sagte zu mir, dass menschliche Erfahrung nur ein Paradox war. Ich war noch verzweifelter. Wenn das Dasein subjektiv war, was bedeutete Kern von Dasein? 

Die Sonne erschien wieder. Die Wärme war so plötzlich, dass ich zitterte. Aber ich fühlte mich ein bisschen froh. Ich bekam einen neuen Einblick (insight). Der Kern von Dasein war Fähigkeit von Glauben und Sterblichkeit. Ich war ein Dasein, das zum Tod ging. Ich war selbst Zeit. 

Mit diesen Einblick antwortete ich erfolgreich eine wichtige Frage—Warum lebte ich noch? Warum nicht Selbstmord? Jetzt konnte ich diese Frage antworten, weil ich wusste, was das Dasein ist, das eine Person motivieren konnte, trotz völliger Hoffnungslosigkeit auszuhalten. Es gab Mittelweg zwischen zu leben und zu sterben zu wollen. Ich lebte noch aber ohne Grund zu leben. Es war weder  vernünftig noch unvernünftig. Es war nicht-vernünftig. Ich lebte einfach. Es war wie unendliche Wiedergeburt, aber ohne Kreis (cycle) von Leben und Tod. Ich überschritt (transcend) mich selbst. Mit diesem Ergebnis bemerkte ich, dass ich einen Bärenhunger hatte. Ich entschied, wieder nach einer Stadt zu fahren. 

Kommentare

Beliebte Posts