Info + Reaktion auf die DDR-website Gedankstätte

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde


Von 1945 bis 1988 haben wahrscheinlich 4 Millionen Leute aus DDR nach Bundesrepublik ausgewandert. Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde dokumentiert diese Fluchtbewegung. Die Flüchtlinge aus der DDR, die einen Neuanfang in der Bundesrepublik suchten, wurden im Notaufnahmelager Marienfelde betreut und mit Unterkunft versorgt. Und sie durchliefen auch das nötige Aufnahmeverfahren, um eine Aufenthaltserlaubnis für die Bundesrepublik zu erhalten. 

Die DDR hat durch die Abwanderung qualifizierte Arbeitskräfte, politisches Ansehen und Kulturelle Werte verloren. Aber aus Sicht der Regierung der DDR war die Illusionen der Ostdeutschen vom “goldenen Westen”, nicht die Schwächen des eigenen Systems, für die Fluchtbewegung verantwortlich. Erst durch den Bau der Mauer 1961 gelang es, den Flüchtlingsstrom zu stoppen und das politische und wirtschaftliche System der DDR zu stabilisieren. Gleichzeitig wurden die Neuankömmlinge in den bundesdeutschen Arbeitsmarkt integriert und sie haben als ausgebildete Kräfte einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufbau geleistet. 

Der Mauerbau 1961 hat die Massenwanderung beendet. Viele Leute kamen an der innerdeutschen Grenze und der Berliner Mauer ums Leben, als sie nach Bundesrepublik flüchten versuchten. Aber 1989 gab es wegen des wirtschaftlichen Verfall in der DDR und der Abschwächung des eisernen Vorhang im Sowjetblock eine neue Massenabwanderung. Sie wurde zu einem Katalysator der Protestbewegungen in der DDR, des Falls der Mauer, und der Wiedervereinigung Deutschlands. 

Ich denke, dass die Fluchtbewegung ein interessantes Phänomen der doppelten deutschen Nachkriegsgeschichte ist. Als ein geteiltes Land unterschiedliche Wege verfolgt hat, haben die Leute auch aktiv gewählt, welches Leben zu akzeptieren. 

Der Artikel der Website erwähnt, dass Russland die Schwächen seines eigenen Systems nicht anerkennen könnte und dass Russland die Schuld an der Fluchtbewegung auf die Illusionen der Ostdeutschen geschoben hat. Es ist wirklich, dass sowjetischer Kommunismus viele Problem produziert hat. Zum Bespiel, politische Freiheit, Reisefreiheit, und Pressefreiheit wurden stark eingeschränkt, die Politik und die Bürokratie war weder wettbewerbsfähig noch demokratisch sondern bestechlich, die politisierte Wirtschaft war nicht innovativ sondern erfolglos und ineffizient, und so weiter. Viele Leute fragen darüber, warum der kommunistische Regierung Russlands noch an ihre System geglaubt hat, wenn so viele Leute versucht haben, aus DDR zu fliehen. 

Aber andererseits übersehen die Befürworter von Kapitalismus auch immer die Schwächen ihres eigenen Systems. In einer kapitalistische Gesellschaft werden die Firmenanteile immer von einer kleinen reichen Gruppe besessen. Die reiche Leute haben deshalb den Anreiz, auf Kosten Sozialfürsorge zu profitieren. In einer sozialistische Gesellschaft werden die Kapitale öffentlich besessen. Keine Gesellschaftsklasse hat den Anreiz, Gewinne auf Kosten der Verringerung des öffentlichen Gutes zu erzielen. Das allgemeine Wohl der Allgemeinheit steigt an. Durch passende Institutionen kann die Wirtschaft auch innovativ und effizient sein. Obwohl es kein erfolgreiches Beispiel des Sozialismus in der Geschichte gibt, ist es zu früh abzuschließen, dass der Kapitalismus überlegen ist. Vielleicht ist es möglich in der Zukunft ein machbares Modell des Sozialismus zu konstruieren. 

Link:

Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin


Geisterbahnhöfe bedeuten die Bahnhöfe der U-Bahn und der S-Bahn Berlins, die während des Kalten Krieges in der Zeit der Berliner Teilung geschlossen wurden.

Im August 1961 hat die Regierung der DDR angefangen, die Berliner Mauer zu bauen. Dieses Projekt hat die Reisefreiheit zwischen Ost- und West Berlin beendet und das öffentliche Verkehrsnetz Berlin wurde auch geteilt. Einige U- und S-Bahn Linien gehörten jetzt nur zu einem Stadtteil, andere Linien wurden zwischen den beiden Stadtteile geteilt, mit Zügen, die nur an die Grenze gehen und dann zurück fahren würden. 

Aber es gab auch drei Linien, die größtenteils durch West Berlin fuhren aber auch durch ein relativ kurzes Stück Ost-Berlin in der Stadtmitten gegangen sind. West Berliners könnten noch diese Linien benutzen. Aber die Züge haben auf den Bahnhöfe in Ostberlin, die stark bewacht wurden, nicht gehalten. 
“Die Züge fuhren langsam und ohne Halt hindurch, in schummrigem Licht standen auf den Bahnhöfen bewaffnete Wachposten und vor der Durchfahrt wurde in der U-Bahn per Lautsprecher gewarnt: Letzter Bahnhof in Berlin West!”
Deshalb haben die West-Berliners diese stillgelegten Bahnhöfe Geisterbahnhöfe genannt. Der Name war nie offizielle. Die Landkarte der U-Bahn Westberlins hat diese Bahnhöfe einfach als “Bahnhöfe, auf denen die Züge nicht halten" beschriftet. 


Es gab verschiedene unterirdische Fluchtversuche. Aber Grenzanlagen wurden errichtet und sie hat die Fluchtmöglichkeit durch den unterirdische Fahrtunnel verhindert. West-Berliners hatten auch Probleme. Es war für Betreuungspersonal Westberlins schwierig, Instandhaltung der Bahnhöfe und der Züge durchzufahren. Zum Beispiel, wenn ein Zug der U-Bahn Linie Westberlins in Ostberlin kaputt gegangen ist, musste die Fahrgäste warten, bis eine Ost-Grenzpolizei aufgetaucht ist und sie heraus begleitet hat. 

Die peinliche Situation dauerte für 28 Jahre und erst 1989 wurden die Geisterbahnhöfe wiedereröffnet. Die Geisterbahnhöfe sind ein besonderes Kapitel der Teilungsgeschichte Berlins.

Ich habe Geisterstädte gehört. Aber Geisterbahnhof ist ein neuer Begriff für mich. Es ist schwierig vorzustellen, wie ein Leben mit den Grenzsperranlagen sieht aus. Jeden Tag musste die Fahrgäste aus West-Berlin unter Ost-Berlin durchfahren aber sie könnten nicht ihre Familie oder Freunde in Ost-Berlin freiwillig besuchen. Die Erfahrung musste eigenartig sein. Ich denke, dass die Absurdität der Geisterbahnhöfe die Absurdität der Teilung der Stadt mit einer absichtlichen Mauer zeigt. Die Ausstellung der Geisterbahnhöfe kann aus einer persönlichen Sicht zeigen, wie viel Berliner durchgemacht und ertragen haben. Ich möchte die Geisterbahnhöfe eines Tages besuchen. 

Link:

Reference

Wikipedia
Google Image
A Future for Socialism by John E. Roemer

Kommentare

Beliebte Posts